Social Recruiting: Finden Sie den perfekten Kandidaten!

Social Recruiting
Social Recruiting setzt auf den Kanal, den gerade die junge Generation am meisten verwendet – soziale Netzwerke.

Sicher kennen Sie das: Sie wollen eine offene Stelle mit einem jungen qualifizierten Kandidaten besetzen, aber auf Ihre Stellenanzeige in der Zeitung meldet sich nicht die Zielgruppe, die Sie eigentlich ansprechen möchten. Vor allem die jüngeren Generationen sind hauptsächlich im Internet, insbesondere auf Social Media-Plattformen anzutreffen. Somit sind also gerade junge Jobinteressierte für Personalleiter kaum auf klassischem Wege zu erreichen. Mit Social Recruiting werden Sie geeignete Bewerber an Land ziehen. Welche Möglichkeiten sich Ihnen dabei genau bieten, werden Sie nach nur wenigen Minuten Lesezeit in diesem Artikel erfahren. Lesen Sie:

  • Warum es sich lohnt, auf Social Recruiting zurückzugreifen
  • Wie Sie dabei vorgehen sollten
  • Welche Plattformen sich dafür eignen
  • Welche Fehler Sie auf jeden Fall vermeiden sollten

Social Recruiting: Die ideale Recruiting-Methode

E-Recruiting oder auch Online-Recruiting ist bereits ein etablierter Weg, um Personal anzuwerben, während Maßnahmen zur Personalbeschaffung mithilfe von klassischen Medien wie Zeitschriften immer mehr in den Hintergrund rücken. Gerade auf sozialen Plattformen oder Business-Netzwerken bietet sich Ihnen ein einfacher und schneller Zugang zu den Generationen Y (1980 bis 2000 Geborene) und Z (2000 bis 2010 Geborene). Auch eine Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft zur digitalen Nutzung in Deutschland im Jahr 2018 zeigt: 89 Prozent der sogenannten Onliner nutzen Social Media Portale. Ganze 71 Minuten täglich unter der Woche und sogar 80 Minuten am Wochenende verbringen Onliner durchschnittlich auf Sozialen Netzwerken. Dabei ist in der Studie YouTube als meist genutztes Social Media Portal aufgeführt, gefolgt von Instagram.

Diese Plattformen bieten sich für Social Recruiting an

Plattform Nr. 1: XING

Die wohl bekannteste Plattform zum Online- oder auch Social Recruiting ist wohl das Business-Netzwerk XING. Dieses Netzwerk ist explizit dafür gedacht, geschäftliche Kontakte zu knüpfen und zu pflegen sowie neue Mitarbeiter zu gewinnen. Die Plattform bietet Ihnen die folgenden Mitgliedschaften an:

1. Die Basismitgliedschaft
Mit dieser kostenfreien Version haben Mitglieder die Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und mit diesen zu kommunizieren.

2. Premium-Mitgliedschaft
Diese kostenpflichtige Version ermöglicht unter anderem die direkte Kontaktaufnahme mit bisher unbekannten Mitgliedern.

3. Talentmanager
Mit dem Talentmanager haben Unternehmen die Chance, bis zu 1000 Kandidaten im Monat zu kontaktieren, auch ohne diese vorab zu kennen. Diese Mitgliedschaft kostet die Unternehmen im Jahr zwischen 1600 und 2000 Euro und zeigt (anders als die beiden anderen Versionen) weitere Informationen zu den Profilen an – unter anderem, ob die Person gewillt wäre, ihren Job zu wechseln.

Mit der Mitgliedschaftsversion „Talentmanager“ bietet sich also eine optimale Gelegenheit, Bewerber zu rekrutieren. Außerdem bietet XING Ihnen die Möglichkeit, spezifisch nach einem geeigneten Kandidaten zu suchen. Sie benötigen einen technischen Zeichner für eine zu besetzende Stelle? Geben Sie im Suchfeld die Jobbezeichnung ein und Sie erhalten alle vorhandenen Mitglieder des Netzwerks, die ein Profil als technischer Zeichner vorweisen. Sie können sogar mehrere Wortbezeichnungen eingeben oder Wörter ausschließen (zum Beispiel: „Leiter Kundendienst“ NOT „Dienstleistungen“). Darüber hinaus beinhaltet die Plattform die Kategorien „ich suche“, sowie „ich biete“, durch welche Ihnen als Personaler die Personalbeschaffung erleichtert wird.

Neben der Suche nach Informationen über Kandidaten sowie dem Active Sourcing bieten sich Ihnen aber noch weitere Optionen auf der Plattform, wie etwa:

  • das Schalten von Stellenanzeigen
  • Employer Branding/Image Werbung.

Plattform Nr. 2: LinkedIn

Auch mit LinkedIn können Sie seit 2003 erfolgreich Kandidaten rekrutieren. Ihnen bieten sich vier verschiedene Mitgliedschaften, unter anderem die kostenpflichtige „Recruiter Lite“-Mitgliedschaft speziell zur Rekrutierung. Durch zahlreiche Filter werden hier die Rahmenbedingungen für Ihre Personalgewinnung verbessert. Durch die Internationalität des Netzwerks steht Ihnen dabei ein riesiger Pool an qualifizierten Fachkräften zur Verfügung. Ebenso haben Sie die Option, mithilfe von Gruppen auf LinkedIn direkt in Ihrer Zielgruppe nach dem idealen Kandidaten Ausschau zu halten. Außerdem können Sie auf der Plattform Videos und Virals zum Recruiting hochladen.

Beim Rekrutieren per LinkedIn sollten sie vor allem diese Aspekte beachten:

  1. ein vollständiges Unternehmensprofil mit allen notwendigen Informationen, damit sich potenzielle Kandidaten einen ersten Eindruck von der Firma verschaffen können.
  2. das Verwenden von geeigneten Suchfiltern, beispielsweise nach Ort, vergangener oder derzeitiger Anstellung.
  3. dass Sie Nachrichten an eventuell zukünftige Arbeitnehmer individuell gestalten und nicht nur mit Copy und Paste arbeiten. Plattformen wie diese leben schließlich von Authentizität.

Plattform Nr. 3: Instagram

Die Fotosharing-App Instagram, welche bereits über 15 Millionen deutsche Nutzer aufweist, ist vor allem bei jüngeren Generationen sehr beliebt. Es handelt sich zwar nicht speziell um ein Business-Netzwerk, allerdings besteht seit 2016 die Option, sich dort offiziell als Unternehmen zu registrieren. Über den vorhandenen Kontakt-Button können Nutzer ganz leicht mit dem Unternehmen auf der Plattform in Kontakt treten. Sie können mit dem Sozialen Netzwerk folgende Funktionen nutzen:

  • Personen/Unternehmen folgen
  • Inhalte mit „Gefällt mir“ markieren
  • über Hashtags bestimmte Themen suchen
  • mit anderen Nutzern kommunizieren

Da der eigentliche Verwendungszweck der App darin besteht, Fotos hochzuladen, sollten Sie passenderweise mit „Storytelling“ arbeiten. Posten Sie neben der aktiven Aufforderung, sich zu bewerben, auch Aufnahmen, die die Unternehmenskultur und die Mitarbeiter authentisch in Szene setzen. Durch solche Posts wirkt Ihre Firma nahbar und sympathisch, außerdem gewinnt der Jobinteressent einen genaueren Eindruck von seinem möglichen Arbeitsplatz.

Plattform Nr. 4: YouTube

Das Rekrutieren mithilfe von Videos ist ein Trend, der sich immer mehr etabliert. Mit Recruiting-Videos auf YouTube richten Sie sich direkt an potenzielle Bewerber und betreiben gleichzeitig Employer Branding. Auch beim Social Recruiting per Video ist Storytelling elementar, allerdings sollten die Videos nicht länger als zwei bis drei Minuten dauern. Um ein wirklich erfolgreiches Video-Recruiting auf YouTube zu betreiben, wie es beispielsweise 2017 die Polizei von Neuseeland mit ihrem Rekrutierungsclip vormachte, sollten Sie auf die folgenden Kriterien Wert legen:

  1. Originalität ist zwar wichtig, allerdings sollten Sie es nicht mit übermäßig gewollter Kreativität übertreiben. Der Einsatz von singenden Mitarbeitern zieht das Ganze beispielsweise eher ins Lächerliche.
  2. Wenn Sie sich dafür entscheiden, mithilfe eines Videos Social Media Recruiting zu betreiben, sollten Sie sich auf jeden Fall einen Profi mit dem nötigen Know-how dazuholen.
  3. Verlieren Sie nicht den eigentlichen Zweck aus den Augen. Orientieren Sie sich stets an den Merkmalen Ihrer Zielgruppe.

Grundsätzlich sollte das Recruiting-Video Soft Skills Ihres Unternehmens aufgreifen, die stark im Interesse der Kandidaten stehen. Dazu zählen beispielsweise ein gutes Arbeitsklima oder eine ausgewogene Work-Life-Balance. Richtig durchgeführt sichern Sie sich mit Social Recruiting auf YouTube viele Vorteile:

  • einen Wettbewerbsvorteil
  • mehr Aufmerksamkeit in Sozialen Medien
  • ein verbessertes Firmenimage
  • ein Auftreten als moderner, trendbewusster Arbeitgeber

Alles in allem lohnt sich Video-Recruiting also allein schon aus dem Grund, dass Videos eine 85 Prozent höhere Reichweite erzielen als Bilder oder Texte. Nicht selten sind Recruiting-Videos aber auch ein Teil des Social Recruiting auf dem Sozialen Netzwerk Facebook.

Social Recruiting: Darauf sollten Sie achten!

Neben den vier bereits vorgestellten Plattformen nutzen auch einige Personalleiter Plattformen wie Google+ oder Twitter; dies sollte allerdings gut durchdacht werden. Google+ können Sie getrost außen vorlassen. Nach mehreren Datenlecks und nur mäßigem Erfolg bei Nutzern, hat Google beschlossen seine Facebook-Alternative im April 2019 zu schließen. Problematisch ist es auch mit der Plattform Twitter. Mit diesem Micro-Blogging-Dienst können Sie zwar Stellenangebote mit einem Link zur Unternehmensseite publizieren, allerdings bestehen die Profile hier nur aus Name, Standort und der Angabe einer Website. Zudem würden Sie ein großes Netzwerk an Followern benötigen, damit auch genug Menschen Ihre Tweets sehen.

Problematiken, die hingegen nicht mit einer fehlerhaften Wahl des Social Media Kanals zusammenhängen, können mit dem nötigen Know-how vermieden werden.

Verwenden Sie keine Standard-Floskeln

Bemühen Sie sich um ansprechende Texte bei den Stellenanzeigen auf Ihrem Social Media Profil. Eine typische 08/15-Stellenanzeige kann von den Nutzern des Netzwerks leicht überlesen werden. Der Ausschreibungstext sollte die Neugier des Lesers wecken, außerdem sollten Sie beim mehrfachen Posten des Stellenangebots auf variierende Wortlaute achten.

Vermeiden Sie unprofessionelle Kontaktaufnahmen

Versetzen Sie sich in die Situation der Person, welche Ihre Anfrage erhält. Wenn Sie lediglich eine Kontaktanfrage ohne Text oder vorab stattgefundene Konversation erhalten, wie würden Sie sich da fühlen? Sicherlich ziemlich überrumpelt! Überfallen Sie Ihren Wunschkandidaten also nicht einfach. Denn Ihre Devise sollte Networking sein, nicht Akquise! Gestalten Sie die Anfragen individuell und orientieren Sie sich dabei an den Profilen der Kandidaten, da diese meist konkrete Hinweise liefern.

Achten Sie auf vielseitigen Content

Beschränken Sie sich beim Posten nicht nur auf das Veröffentlichen von Stellenangeboten, wie etwa bei Online Jobbörsen. Bieten Sie dem User auch Content, der sein Interesse weckt – dies können Beiträge zu Themen wie etwa aktuellen HR-Fragen, Präsenz auf Messen oder auch Geschichten aus dem Unternehmensalltag sein. Beziehen Sie auch Ihre Mitarbeiter als Influencer mit ein.

Passen Sie sich Ihrer Zielgruppe an

Für ein erfolgreiches Social Recruiting ist es wichtig, dass Sie über ausreichend Kenntnisse über das Nutzungsverhalten Ihrer Zielgruppe verfügen. Posten Sie keine übermäßig langen Texte, achten Sie auf unterschiedliche Postingformate, posten Sie regelmäßig und verwenden Sie dabei passende Hashtags oder Verlinkungen. Achtung: Kommunizieren Sie mit Ihrer Community stets auf Augenhöhe, wenn Sie mit ihr interagieren.

Diese Vorteile bietet Social Recruiting

Wie Sie nun erfahren haben, gibt es bei den Sozialen Netzwerken/Business-Netzwerken meist auch eine Profilversion, die kostenlos genutzt werden kann. Im Gegensatz zu den traditionellen Recruitingmaßnahmen bleibt der Kostenaufwand hier vergleichsweise gering. Per Active Sourcing auf Social Media Plattformen sowie per Graph Search auf Facebook oder LinkedIn-Gruppen ist Ihnen eine zielgerichtete Kandidatensuche möglich.

Über virale Recruitingvideos auf YouTube oder originelle Posts auf Instagram werden durch das Liken und Teilen weit mehr Menschen in kurzer Zeit erreicht, als es beispielsweise über eine Anzeige in der Zeitung möglich wäre. Darüber hinaus hat die große Reichweite zur Folge, dass auch Kandidaten angesprochen werden können, die nicht aktiv nach einer neuen Stelle gesucht haben, aber bei einem passenden Angebot bereit wären zu wechseln.

Durch die viralen Effekte von Social Media Kanälen haben Unternehmen die Chance, durch eine attraktive und sympathische Präsentation die Arbeitsmarke zu stärken. Wie bereits angeführt erreichen Sie mit Social Recruiting vor allem junge Kandidaten, die über klassische Recruitingwege eher schwieriger zu erreichen sind.

Vor allem die 20- bis 30-Jährigen sind beim Recruiting meist besonders begehrt von Unternehmen. Durch das Präsentieren auf Social Media Plattformen kann Ihr Unternehmen authentisch und nah wirken. Durch den Blick hinter die Kulissen wird vor den Nutzern der Netzwerke die Glaubwürdigkeit der Firma gesteigert und Vertrauen geschaffen.

So sollten Sie vorgehen

Bei Recruiting-Maßnahmen, die über Soziale Netzwerke erfolgen, sollte vorab eine passende Strategie zur Vorgehensweise entwickelt werden. Es bieten sich grundsätzlich zwei strategische Möglichkeiten:

  • Passive Strategie: Allein durch eine ansprechende Zurschaustellung des Unternehmensalltags in den Netzwerken werden Bewerber an Land gezogen.
  • Aktive Strategie: Die Social Media Kanäle werden als Datenbank möglicher Kandidaten genutzt. Diese Nutzer können bei Bedarf rekrutiert werden. Wie aber soll aus dieser großen Auswahl der ideale Kandidat herausgefiltert werden? Mithilfe der Software-Lösung Vitapio haben Sie die Chance, Daten zu vergleichen und den perfekten Kandidaten ausfindig zu machen. Dabei hilft Ihnen unter anderem ein Matching Score, welcher in Prozent angibt, wie gut der Kandidat zu Ihrem Unternehmen und der offenen Stelle passt.

Bei der Entwicklung einer geeigneten Strategie sollte darauf geachtet werden, regelmäßig auf mehreren Kanälen aktiv zu sein. Für ein harmonisches Gesamtbild sollte die Präsenz auf den unterschiedlichen Kanälen aufeinander abgestimmt werden. Damit ist nichts anderes gemeint, als dass Sie ein einheitliches Image von der Firma schaffen und nichts Widersprüchliches, aber auch nicht ständig ein und dieselben Posts veröffentlichen.

Orientieren Sie sich außerdem immer an den Gegebenheiten auf der jeweiligen Plattform. Achten Sie insbesondere auf die dort verwendeten sprachlichen Gepflogenheiten. Meist sind Texte dort knapp, mit Schlüsselwörtern versehen und ohne den Gebrauch von gekünstelter Sprache. Orientieren Sie sich dabei am besten an den Usern aus Ihrer Zielgruppe.

Hinzu kommt: Informieren Sie sich vorab, auf welchen Plattformen Ihre Zielgruppe überhaupt vertreten ist! Richten Sie Ihr Angebot immer genau auf Ihre Zielgruppe aus und definieren Sie sich klare Ziele für Ihr Social Recruiting.

Bedenken Sie allerdings: Social Recruiting ist vor allem eins: zeitaufwendig. Wenn Sie sich also für diese Methode der Personalbeschaffung entscheiden, sollten Sie für genug Ressourcen sorgen, um Ihre Profile richtig pflegen zu können. Denken Sie daran, dass Ihre Seite stets auf dem aktuellen Stand sein sollte.

Entwickeln Sie nun also die perfekte Strategie, um mithilfe von sozialen Netzwerken den idealen Kandidaten für Ihre zu besetzende Stelle zu rekrutieren!